Partizipatives Ausstellungsformat
Clash of Arts
Virtuelle Versuchsanordnung und kuratorische Zusammenarbeit.
Projekt-Handout
Deutsche Fassung
(öffnet in einem neuen Tab)Partizipatives Ausstellungsformat · virtuelle Versuchsanordnung · kuratorische Zusammenarbeit
Kurzbeschreibung
„Clash of Arts“ untersucht, wie Wahrnehmung, Vergleich und Auswahl unter Bedingungen reduzierter Information entstehen. Kunstwerke werden in direkte, kuratorisch entwickelte Gegenüberstellungen überführt; Autorenschaft, biografische Angaben und soziale Zuschreibungen treten für die Dauer der Begegnung zurück. Das Publikum wird dabei nicht als Jury eingesetzt, sondern als Teil eines strukturierten Wahrnehmungsraums. Entscheidend ist nicht die Bewertung künstlerischer Qualität, sondern die Frage, wie Sichtbarkeit, Präferenz und Bedeutung im Moment der Betrachtung entstehen.
In dem von mir umgesetzten virtuellen Museum **Wellenritt der Wahrnehmung** wird die freiwillige Wahrnehmung aus dem Konzept als begehbare digitale Situation umgesetzt. Besucher:innen können sich den Werken annähern, zwischen Positionen wechseln und selbst entscheiden, ob und wie sie sich auf eine Gegenüberstellung einlassen. Die Wahrnehmung bleibt freiwillig, anonym und ohne verpflichtende Einordnung. Dadurch wird der virtuelle Raum nicht nur zum Präsentationsort, sondern zum aktiven Bestandteil des Werks: Bewegung, Blickrichtung, Distanz und Verweildauer prägen die jeweilige Begegnung.
Die Paarungen werden kuratorisch nach Medium, Maßstab, Wahrnehmungsdichte und formaler Vergleichbarkeit entwickelt. Nähe und Kontrast erzeugen dabei keine Konkurrenzsituation, sondern einen temporären Resonanzraum zwischen Werk, Raum und Betrachtung. „Clash of Arts“ macht Wahrnehmung nicht als festes Urteil sichtbar, sondern als flüchtigen, situativen Prozess. Die virtuelle Umsetzung überführt das Konzept in eine reproduzierbare und zugängliche Ausstellungsform, in der die freiwillige Begegnung mit Kunst selbst zum künstlerischen Material wird.
